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Der Kreissportverband hat seine Mitgliederzahlen erneut leicht ausgebaut 04.05.2010
In den 191 Sportvereinen wurden fast 60.000 Mitglieder registriert.
Der Sport zählt im Kreis Ostholstein weiterhin zu dem Teil der Gesellschaft, der von den Bewohnern sehr stark frequentiert wird. Bei 206.000 Einwohnern wurden im Kreis 58.994 Mitglieder in den Sportvereinen gezählt. Das gab der Kreissportverband (KSV) Ostholstein am Wochenende bekannt.
Der Kreissportverband Ostholstein hatte im Jahr 2009 noch als einziger Kreissportverband im nördlichsten Bundesland eine Zunahme an Mitgliedern zu verzeichnen. Im Jahr 2010 ist sie mit 58.994 gegenüber dem Vorjahr mit 58.987 ebenfalls fast gleich geblieben. "Wir müssen allerdings im Bereich der Sportvereine alle Anstrengungen unternehmen, um Rückgänge der Mitgliederzahlen zu vermeiden", schilderte der Pressesprecher des Kreissportverbandes, Rolf Röhling. Er verwies auf die Erkenntnisse der Zukunftskonferenzen der obersten Dachorganisation der Sportvereine im Kreis Ostholstein, wonach immer mehr Menschen ab 50 Jahren Sportmöglichkeiten suchen und auch darauf, dass junge Menschen besonders angesprochen werden müssen, um Sport in einem Verein zu betreiben.
Der KSV-Geschäftsführer Götz Haß berichtet, dass es in vielen Kommunen des Landes, dies wurde während der Zukunftskonferenzen immer wieder deutlich, vehemente Kommunikationsprobleme zwischen den Vertretern der Sportvereine und den Kommunalpolitikern gibt. Vielfach werden die Experten der Sportvereine erst dann mit Fragen, Plänen und Problemen konfrontiert, wenn es meist schon zu spät ist. "Wir müssen hier verstärkt die Qualifikation der Sportvereine in die Politik mit rein nehmen", gab Götz Haß den Rat an die Vereine. Der Kreissportverband wird demnächst mit den Vereinen, den Gemeinden und dem Kreis in Gespräche eintreten, um die fachlichen Qualifikationen der Vereine rechtzeitig und stärker zu berücksichtigen.
Die Bevölkerungsentwicklung, demografische Veränderungen, Ganztagsschule, G8-Abitur, die Sportstättensituation, Sportangebote sowie Kooperationen und Konkurrenzen mit Vereinen und Fremdanbietern waren die beherrschenden Themen der Gesprächsrunden in den drei Zukunftskonferenzen, stellte der KSV-Vorsitzende Manfred Hoffmann fest. Sein Fazit: "Sport braucht Planung", erläuterte Manfred Hoffmann, "jetzt muss die praxisnahe Umsetzung erfolgen".
Der ATSV Stockelsdorf führt die "Hitliste" an.
Die Entwicklung der Mitgliederzahlen der einzelnen Sportvereine in Ostholstein ist leicht positiv. Insgesamt gibt es 191 Sportvereine innerhalb des Kreises. Angeführt wird die "Hitliste" der Sportvereine vom ATSV Stockelsdorf, der mit 2.753 Mitgliedern nach wie vor der größte Sportverein in Ostholstein ist. Der ATSV hat im Vergleich zum Jahr 2009 einen Rückgang von 91 Mitgliedern zu verzeichnen gehabt, das war ein Minus von 3,20 Prozent. Auf Rang zwei folgt der VfL Bad Schwartau, der zu Beginn des Jahres 2010 genau 2.680 Mitglieder zählte und damit um 2,88 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Auf dem dritten Platz der Vereinshitliste in Ostholstein folgt der Polizei-Sportverein Eutin, der einen Mitgliederrückgang von 6,07 Prozent zu verzeichnen hatte und jetzt 1.858 Mitglieder zählt.
Etliche der Vereine innerhalb des KSV verzeichneten 2009 einen erheblichen Mitgliederrückgang. Dagegen verzeichneten aber auch einige der insgesamt 191 Sportvereine mehr Mitglieder. So hat die Rehabilitations- und Behindertensportgemeinschaft Lübecker Bucht einen Zuwachs von 44 Mitgliedern gehabt, was prozentual 60,27 Prozent ausmacht. Das Radsportteam Malente ist um 66,67 Prozent angewachsen, von 12 auf 20 Mitglieder. Bei den größeren Vereinen haben das Blasorchester Lensahn (plus 18,36 Prozent) und der Sportclub Cismar (plus 18,77 Prozent) stärkere Mitgliederzuwächse gehabt.
Kreisturnverband ist der stärkste Fachverband
Stärkster Fachverband ist der Kreisturnverband, der mit 12.048 Mitgliedern in das neue Jahr gestartet ist und damit einen Rückgang von 4,62 Prozent (584 Mitglieder) zu verzeichnen hatte. Es folgen die Fachverbände Fußball (9.189 Mitglieder, plus 2,03 Prozent), der Handball (4.187 Mitglieder, plus 0,24 Prozent), der Kreisseglerverband (3.583 Mitglieder, plus 2,84 Prozent) sowie der Tennisverband (3.282 Mitglieder, minus 4,51 Prozent). Besonders dramatisch eingebrochen sind die Zahlen im Kegeln (minus 14,53 Prozent) sowie im Ju-Jutsu (minus 10,36 Prozent) sowie im Aikido (minus 75,73 Prozent). Größere Zuwächse gab es bei den Mitgliederzahlen im Reha- und Behindertensport (plus 41,03 Prozent), in der Fachsparte Motoryacht (plus 9,68 Prozent) sowie beim Volleyball (plus 7,80 Prozent). Insgesamt sind dem Kreissportverband Ostholstein 17 Fachverbände mit angeschlossen. Zusätzlich werden 19 verschiedene Sportarten betrieben, für die es auf Landesebene Fachverbände gibt.
Auf Landesebene ist fast jeder dritte Schleswig-Holstein Mitglied in einem Sportverein: 832.968 (Vorjahr: 837.985, minus 0,6 Prozent) Mitglieder waren es zum Stichtag 01.01.2010. Die Zahl der Vereine blieb nahezu konstant - 2.693 Klubs sind zwischen Nord- und Ostsee aktiv (2008: 2.692). Der Präsident des Landessportverbandes, Dr. Ekkehard Wienholtz, sieht darin einen Beleg für die erfolgreichen Aktivitäten im Breiten- und Leistungssport in Schleswig-Holstein, aber auch einen Ansporn, um an Schwächen zu arbeiten: "Wir legen bei jungen Erwachsenen und Senioren zu, haben aber rückläufige Mitgliederzahlen bei den 27- bis 40jährigen. Wir arbeiten daran, dass wir mit neuen Konzepten für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet sind".

